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Der Unterschied zwischen Mops und Mops

Welche Farben trägt der Standard Mops
Welche Farben trägt der Standard Mops

Der Unterschied zwischen Mops und Mops

Wer heute auf der Suche nach einem Mopswelpen ist, der wird an der unüberschaubaren Menge von Angebot und Auswahl zuerst einmal sehr verwirrt sein. Das Internet ist angefüllt mit Fotos, Anzeigen und Vorstellungen von Mopswelpen und erwachsenen Möpsen, da muss man anscheinend nur zugreifen. Je tiefer der Suchende in die Materie einsteigt, stellt er fest, das Angebot erstreckt sich von sportlich, windhundschlank mit langen Beinen, freiatmend mit langen Schnauzen und viel Nasen bis zu buntgemischt in allen Farben. Und alle werden als Mops bezeichnet und verkauft, sogar mit Ahnentafel. Jeder Züchter wird versichern, seine  „Möpse“ sind gesund und reinrassig.

Glücklich kann sich derjenige schätzen, der schon mal einen Mops sein eigen nennen konnte. Denn der weiß wenigsten schon mal welche charakterlichen Eigenschaften ihn erwarten und wie ein Mops aussehen sollte.

Wir werfen jetzt mal im Besonderen einen Blick auf die Fellfarben. Genetisch ist und bleibt der reinrassige Standard Mops in der Farbvielfalt eher bescheiden, schwarz und beige mit einem schwarz gezeichneten Gesicht, der sogenannten Maske, und das war es auch schon. Das Beige kann in Nuancen in ein warmes Apricot oder ein kühles Silber variieren, was aber nicht mit einer rehroten oder aufgehellten grauschwarzen Farbe zu verwechseln ist. Überhaupt nicht möglich ist gestromt, gescheckt, merle, black and tan oder weiß, ohne eine andere Rasse einzukreuzen. Und jetzt sind wir an dem Punkt, an dem ein reinrassiger Mops zum Mischling wird.


Gestromt oder tiger brindle kann beispielsweise durch einkreuzen von Französische Bulldogge, Boston Terrier, Whippet oder Staffordshire Bullterrier erscheinen

„Als Stromung wird bei Tieren eine besondere Fellzeichnung benannt, ähnlich wie bei Tiger und Zebra. Die Streifen sind in etwa senkrecht, aber nicht so klar abgesetzt wie bei den vorgenannten Tieren, eher Ton in Ton. Sehr häufig ist diese Färbung mit Stromung bei doggenähnlichen Hunden (z. B. Boxern, Bulldoggen, Doggen und daraus hervorgehenden Mischlingen) zu beobachten. Sehr gängig ist die Färbung gold/schwarz-gestromt.“ (Quelle Wikipedia)

 

Für die Schecken werden unter anderem gerne Shih-Tzu und Jack Russel Terrier genommen. Schecken können daher auch langhaarig oder plüschig im Fell sein, gerne werden diese ganz exklusiv als Langhaarmops angeboten.


Black and Tan oder lohfarben, sind beispielsweise Dobermann und andere Pinscher, Gordon Setter, Rottweiler, Beauceron, Manchester Terrier oder der Deutsche Jagdterrier. Aber auch beim Schäferhund, Dackel, Chihuahua, etc. bekommt diese Zeichnung sehr oft zu sehen.


Das Weiß wird zum Beispiel häufig von der Französischen  oder Englischen Bulldogge übernommen. Weiße Hunde sind im Verhältnis zu anderen Farben um ein Vielfaches anfälliger für Taubheit, Allergien und andere Fehlbildungen

„Sehbehinderungen: Bei Menschen und allen Tierarten führt vollständiger Albinismus zu roten Augen und einer Sehbehinderung, die darauf zurückzuführen ist, dass das Melanin im Auge fehlt. Abgeschwächte Formen des Albinismus wie sie beispielsweise durch das Dilute-Gen hervorgerufen werden, können je nach Ausprägungsgrad zu leichteren Sehbehinderungen führen (…)

Taubheit: Leuzismus ist häufig mit Taubheit verbunden. So sind 12–22 % der Dalmatiner auf einem Ohr und 5–9 % beidseitig taub. Es besteht ein Zusammenhang mit den Farbgenen, denn Tiere mit blauer Augenfarbe sind signifikant häufiger von Taubheit betroffen, Tiere mit Plattenzeichnung sind seltener taub. Der Merle-Faktor zählt eher zum Albinismus-Spektrum, jedoch sind reinerbige Träger des Gens in vielen Fällen auf einem oder beiden Ohren taub.

Hautkrankheiten: Das Dilute-Gen (MLPH) des Hundes ist oft mit Haarausfall und Veränderungen der Haarwurzeln verbunden.“ (Quelle Wikipedia)

 

Der Merle Faktor wird beispielsweise von Chihuahuas, Corgies und Shelties übernommen. Hunde mit Merle Faktor können an einer gestörten Barriere der Hirnschranke leiden, was bei falscher Medikation zum Tode führen kann, außerdem häufiger als bei anderen Farben Taubheit und Augendefekte bis zur Blindheit.

„Viele Merle Schecken können ein Leben ohne Einschränkungen führen. Werden sie aber mit anderen Merle Schecken gepaart, treten bei den Welpen Missbildungen in hochgradiger Form auf. Besondere Vorsicht ist bei weißen oder sehr hellen Hunden angebracht. Hier kann die Merle Scheckung durch die weiße Fellfarbe überdeckt sein. Diese Hunde werden auch als „versteckte Schecken“ bezeichnet.

Besonders schwer sind reinerbige Merle-Hunde betroffen.

1.         Bei ihnen treten Missbildungen der Augen, wie Mikrophthalmie (ein zu kleiner Augapfel), Kolobome (Spaltbildungen der Augenhäute) und Dyskorie (entrundete Pupillen) auf. Die Hunde sind blind und taub.

2.         Gleichzeitig leiden die Tiere unter einem deformierten Skelett,

3.         Missbildungen an den Geschlechtsorganen und dem Herzen.

4.         Meistens sterben sie bereits vor dem achten Lebensmonat.

Auch mischerbige Hunde sind durch den Gendefekt beeinträchtigt. In ihrem Innenohr befinden sich stark pigmentierte Melanozyten, die durch die Genmutation verändert werden.

1.         Der Gleichgewichtssinn ist gestört.

2.         Bei 37 % der Hunde (jedes vierte Tier) ist der Gehörssinn stark eingeschränkt.

3.         Auch die Sterblichkeit der Welpen ist erhöht.“ (Quelle petdoctors.at)

 

Eigentlich dürften diese "bunten" Hunde nicht als Mops tituliert werden, aber wen juckt das schon, wenn die Nachfrage da ist und der Käufer alles schluckt was er serviert bekommt.

Es gibt Züchter, die haben erkannt, dass sie etwas anderes erschaffen haben und differenzieren sich vom Standardtyp indem sie ganz klar in der Rassenennung die eigene Kreation als Retromops, Rassmo, Puggle, Altdeutsch usw. titulieren. Daran erkennt der Interessent auch eindeutig, dass es sich nicht um einen rassereinen Standard Mops, sondern um eine Variante des Standard Mops handelt.

Jede Einkreuzung einer anderen Rasse verändert auch den wahren liebenswerten Charakter des Mopses. Der Mops ist ein Begleithund, er jagd kein Wild, ist weder aggressiv gegenüber anderen Hunden noch Tieren anderer Spezies, liebt Menschen jeden Alters und Erscheinung, ist gutmütig, fröhlich, unkompliziert und liebevoll. Diese besonderen Charaktereigenschaften sind es doch, die den Mops so besonders unter all den anderen Rassen glänzen lassen und die in der Zucht größere Aufmerksamkeit bedürfen, als eine trendige Fellfarbe.