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Ist mein Mops zu dick oder zu dünn?

Ist mein Mops zu dick oder zu dünn? An der Realität scheiden sich die Geister von Besitzer, Tierarzt, Außenstehenden und Züchter und man könnte annehmen es sei eine Ansichtssache. Der Besitzer sieht seinen Mops tagtäglich und bemerkt womöglich nicht die schleichende Veränderung oder hat ein eigenes Bild im Kopf das seinem Ideal am ehesten entspricht. Der Tierarzt hält einen Mops in der Regel für zu dick, selbst ein Welpe wird oft schon im Nebensatz als sehr kompakt, gut dabei, sehr kräftig oder gar dick beschrieben. Andere Tierärzte wiederum scheinen zu glauben, nur ein dicker Mops ist ein gesunder Mops und bescheinigen den Mopsbesitzern, dass er super aussieht. Das mag vielleicht der Sympathie oder gar der Kundenbindung geschuldet sein. So könnte man fortfahren, die individuellen Wahrnehmungen zu beschreiben, was dem Mops aber gar nicht weiter hilft. Ein Mops ist kompakt, hat einen breiten nach außen gewölbten Brustkorb und sollte weder von oben gesehen hinter den Rippen eine sehr schmale Taille haben, noch sollte er in Seitenansicht den Bauch so hoch gezogen tragen, dass er einem schnittigen Windhund ähnelt. Scheint er vorne wuchtig, mit schweren Falten am Nacken und weiter über den Rücken, hinten jedoch schmal und eher schlank, Typ Bulldogge, dann ist er definitiv zu dick. Auch wenn der Kopf zu klein für den Körper erscheint, ist der Mops einfach zu dick und nicht der Kopf zu klein. Im Gegensatz zu uns Menschen fühlt sich ein Hund selten weich und schwabbelig an, denn oft erliegt man dem Irrglauben, der Hund ist fest, dann sind das alles Muskeln. Leider nein, die Illusion muss ich nun auch noch zerstören, denn Muskeln zeigen sich klar definiert in der Bewegung und nicht flächig. Ein schlanker Mops hat definitiv mehr vom Leben, denn für ihn sind 1 kg mehr an Gewicht wie für uns 10 kg, somit 2 kg wie 20 kg und so weiter. Herz- und Kreislauf müssen dauerhaft  mehr leisten, die Gelenke werden mit zunehmendem Alter unter der Last mit Verschleißerscheinungen  reagieren, Diabetes und Atemnot,  um nur einige der Folgen zu nennen.


Andererseits ist auch ein zu schlanker  Mops gesundheitlich gefährdet. Mangelernährung zieht Konsequenzen für den gesamten Organismus nach sich. Gerade junge Möpse brauchen eine wirklich ausgewogene und energiedichte Nahrung um das Skelett, Zähne  und die Organe zu entwickeln. Ich erlebe oft, dass Junghunde sehr schlank gehalten werden, man spricht dann gerne vom Sportmops. Junge Möpse bewegen sich gerne und viel, sind aber noch nicht fertig entwickelt,  das Futter und die Zusätze müssen auf die Bedürfnisse angepasst sein, im Alter rächt sich die Mangelernährung mit Knochenschwund, Organe und Drüsen die den Körper nicht mehr richtig entgiften oder versorgen.


Wie kann man das Gewicht regulieren? 

Eine Möglichkeit ist regelmäßiges wiegen, eine weitere sind Fotos, immer aus der selben Perspektive  von oben und seitlich und das am besten einmal im Monat. 

Als Diät empfahl unsere Inge Wessling immer Sauerkraut und Lunge als kalorienarmen Füllstoff. 

Zum auffüttern eignen sich tierische Fette, zum Beispiel Sahne und Rinderfett.

 

Liebe Mopsbesitzer, ich weiß ihr liebt euren Moppel und könnt diesem treuen Blick selten widerstehen. Es muss nicht immer mit etwas essbarem belohnt werden, ein liebevolles Streicheln oder Wort sind oftmals völlig ausreichend. Und gerade weil ihr ihn so liebt, haltet euren Mops schlank und beweglich, das ist die beste Vorsorge für ein mopsfideles Alter.


Der Artikel soll nur als Anregung verstanden werden und gibt nur Fragmente eines komplexen Themas wieder. 

Buchempfehlung von Jürgen Zentek und Helmut Meyer

Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätik


 

Oben ein zu kräftiger Rüde mit vielen Rollen/Falten über dem Rücken, unten eine Hündin in ausgewogender Größe und Gewicht.

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