Projekt Mops 2.0

Vor genau 5 Jahren habe ich mich gefragt: Quo vadis Mops?

Einfach so weitermachen war keine Option für mich.  Entweder ich höre auf zu züchten oder ich werde etwas verändern. 

Zuerst musste ich mich von meinem gewohnten Anblick und Ideal lösen, alles nochmal aus einer anderen Perspektive betrachten und mir den Mops gedanklich neu gestalten. 

Das war ein längerer Prozess,  der mir aber ermöglichte neue Wege zu gehen. So einfach und hemmungslos wirft man nicht alle alten Dogmen über Bord, dazu gehört wirklich viel Mut und viel Liebe.


Meine Recherche brachte mich glücklicherweise zusammen mit Züchterinnen, die außerhalb des VDH einen seriösen Weg in der Zucht beschritten hatten. Ihr Augenmerk lag, im Gegensatz zu den auf Schönheitsidealen gezüchteten Möpsen für Hundeausstellungen, auf Funktionalität und sportlicherem Erscheinungsbild. 

Dann kaufte ich den ersten "Sportmops", unseren Robert und im nächsten Schritt wechselte unsere Zucht  innerhalb des VDH in den Club für den Mops e.V.


Denn eine erfolgversprechende Initiative des Club für den Mops e.V. war das Zuchtprogramm Mops 2.0 

Alle Details zur Zuchtstrategie und Umsetzung können Sie auf der Webseite des CfdM e.V nachlesen unter Projekt Mops 2.0  <- click


Die Aussicht auf die Zukunft des Mopses ist also nicht hoffnungslos. Im Gegenteil, der Mops kann weiterhin mit seinem freundlichen Wesen ein liebenswerter Begleiter bleiben. Jedoch werden die brachycephalen Übertreibungen reduziert. Optisch und im Wesen bleibt es weiterhin ein Mops, der sich am FCI  Standard orientiert, ohne sich am oberen Limit sondern am unteren Limit zu bewegen.

 

Mittlerweile ist unser Projekt Mops 2.0 bereits soweit fortgeschritten,  dass einige unserer Möpse der ersten Generation (F1) mit hervorragenden Ergebnissen in den Gesundheitsuntersuchungen zur Zucht zugelassen wurden. 

Fotos von unseren Rosepugs Mops 2.0 Nachzuchten können Sie sich in der Galerie anschauen unter 2.0  <- click


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Das leidige Thema QUALZUCHT


Das Thema Qualzucht beschäftigt uns Mopsliebhaber, Besitzer und Züchter gleichermaßen. Wir alle möchten einen gesunden, belastbaren und fitten Mops, der uns als munterer Begleithund gute Laune beschert.

Leider ging der Trend im Zuge der Beliebtheit genau in die andere Richtung. Die Nachfrage war viel höher als das nationale Angebot und so sprangen viele Hundehändler in die Lücke mit Importen aus sogenannten Massenvermehrungen aus dem östlichen Ausland. Unter schlechtesten Voraussetzungen wurde mit jedem Mops, ob gesund oder krank, Mopswelpen produziert.

Das war zu beginnt der Jahrtausendwende und hielt sich ca. 10 Jahre ganz stabil. Dann kam das Erwachen seitens der Welpenkäufer, die unglaublich viel Geld in den vermeintlich billigen Mopswelpen im Laufe der Zeit stecken mussten, um ihm ein halbwegs lebenswertes Dasein zu ermöglichen. Ebenfalls wurden die Tierärzte immer sensibler, wenn es zu lebenserhaltenden und -verbessernden Behandlung dieser Möpse kam. In Leipzig entwickelte sich Prof. Öchtering zur Koriphähe der brachycephale Rassen und verbreitete seine Studien und Methoden weltweit auf den Universitäten.

 

Mittlerweile gab es aber schon sehr viele Möpse, die im VDH niemals eine Zuchtzulassung bestanden hätten. Heraushängende Zungen, Glubschaugen, röchelnde Atmung schon im Ruhezustand, Hauterkrankungen, auffällig schlechte Bewegung durch Skeletterkrankungen, um nur einiges zu nennen. Und hier setzte ein weiteres Übel ein. Diese kranken Möpse wurden in den verharmlosend genannten Hobbyzuchten munter vermehrt, damit sich die Familie die Haushaltskasse aufbessern konnte und die dummen Welpenkäufer dachten mal wieder, diesmal habe ich für kleines Geld einen Glücksgriff gemacht.

 

Seriöse Mopszüchter, denen die Rasse und nicht das schnelle Geld wichtig waren, haben sich innerhalb des VDH auch während und nach dem Boom und Modetrend weiter für die Gesunderhaltung Rasse engagiert.

Seit 2009 mussten im VDH die Möpse schon einen Fitnesstest absolvieren , bevor sie überhaupt in der Zucht eingesetzt werden durften. Seit 2014 musste dieser Fitnesstest sogar ab einem Alter von 2 Jahren wiederholt werden, um die Zuchtzulassung zu behalten. Dieser Fitness/Belastungstest wurde in einigen europäischen FCI Ländern nach dem deutschen Model übernommen, ein kleiner Schritt im gemeinsamen Ziel nach vorne. 

Im Club für den Mops e.V wird der Belastungstest nach strengeren Kriterien durchgeführt als in den kollegialen Vereinen, sowie eine Zusatzuntersuchung der Atemwege zur Erlangung der Zuchttauglichkeit.


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Nachfolgend finden Sie in weiterführenden Verlinkungen (grüne Schrift) die wichtigsten Quellen und Fakten zum Thema Qualzucht. Da die Links zu anderen Seiten führen können wir für deren Inhalte keine Gewähr übernehmen.

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Im Sommer 2019 kündigt die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Ausstellungsverbot in Deutschland für qualgezüchtete Hunde an. Ein Gesetz wurde bis dato noch nicht verabschiedet. In einem Interview im Beederspecial 05.19 mit Staatssekretär  Hans-Joachim Fuchtel spricht dieser ganz klare Worte: Es wird ein Ausstellungsverbot geben.

Stellungnahme des VDH

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In den Niederlanden ist die Zucht brachycepahaler Hunderassen seit April 2019 gesetzlich verboten.    

https://www.deine-tierwelt.de/magazin/nach-mops-zuchtverbot-niederlande-vdh-mops-belastungstest/

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In England folgte in 2008 auf eine Dokumentation der BBC über den desolaten Zustand der Rassehunde zuerst eine tiefe Erschütterung und dann ein Umdenken. Die University of Cambridge nahm sich insbesondere der brachycephalen Rassen an, gründete eine Arbeitsgruppe in der hunderte von Möpsen, Franzsösischen Bulldoggen und Englischen Bulldoggen untersucht wurden. Diese bemerkenswerte Untersuchung ist mittlerweile soweit , dass Dr. Jane Ladlow in Zusammenarbeit mit der FCI erste Tierärzte in Norwegen ausgebildet hat, um ihnen die Auswertungen der BOAS betroffenen Hunde zu ermöglichen. Mit diesem System kann der "Zuchtwert" eines Mops oder einer Bulldogge errechnet werden und somit geeignete Partner zusammen geführt werden.

https://www.vet.cam.ac.uk/boas